Kaltlufthalle "Am Volkspark"
Für eine multifunktionale Nutzung durch den Sport >>
Vorschlag der Abteilung Inline-Skaterhockey des TuS-Hsh. 1990 e.V. zur Realisierung einer wetterunabhängigen, multifunktionalen Sportstätte im Rahmen des Bürgerhaushaltes 2012 des Bezirks Berlin-Lichtenberg.
Dieser Vorschlag kann vom 01.09.2010 bis zum 16.09.2010 unter www.buergerhaushalt-lichtenberg.de bewertet werden.
1. Standort (örtliche Lage)
Der Standort befindet sich auf einer seit Jahren nicht genutzten Fläche der Sportanlage "Am Volkspark" gegenüber dem Sportforum Berlin. Die Verkehrsanbindungen sind durch vier Straßenbahnlinien und der damit verbunden unmittelbaren Nähe zum S-Bahnhof Landsberger Allee optimal.

2. Hauptnutzerbeschreibung Inline-Skaterhockey
Inline-Skaterhockey ist einer der boomenden Sportarten mit ständig steigenden Zuwachsraten und wird in Deutschland seit 1986 organisiert durchgeführt. Als "INLINE-SKATERHOCKEY" bezeichnet man Hockey auf Inline-Skates, was mit einem Ball (und nicht mit Puck) ganzjährig als Leistungssport gespielt wird.
Das Spiel wird zwischen 2 Mannschaften zu je 4 Spielern und 1 Torhüter, auf einem rechteckigen mit Rundungen versehen Spielfeld ausgeübt. Die Schutzausrüstung der Spieler ist analog dem des Eishockey.
3. Entwicklung der Sportart in anderen Bundesländern
Ein Großteil der heutigen festen Größen der 1. Bundesliga gründeten sich am Ende der achtziger oder Mitte der neunziger Jahre in NRW, Bayern und Baden-Württemberg. Durch die besseren witterungsunabhängigen Infrastrukturen war es dort schon frühzeitig möglich einen ganzjährigen Trainings- und Wettkampfbetrieb in allen Altersklassen anzubieten, wobei die meisten Nachwuchsprogramme erst Mitte der neunziger Jahre ins Leben gerufen worden sind und sofort einen regen Zuspruch erfuhren. In den neuen Bundesländern festigte sich diese Sportart gegen Ende der neunziger Jahre, wobei anzumerken ist, das auch dort bessere strukturelle Bedingungen vorherrschen als momentan in Berlin.
4. Entwicklung der Sportart in Berlin
Im Jahr 2000 wurde durch die Kommission "Inline-Skaterhockey" des Inline- und Rollsportverbandes Berlin (IRVB) ein Spielbetrieb in Berlin installiert. Als Wettkampfstätten fungierte ein abgetautes Eisstadion in Lankwitz, das Poststadion in Berlin Mitte, sowie die Spielfläche in der Berliner Glockenturmstraße. Diese Flächen wurden teilweise bereits in den Jahren zuvor von Vereinen im überregionalen Spielbetrieb genutzt. Die hohe Anzahl von Mannschaften und die geringen Trainingsmöglichkeiten veranlasste die Vereine zu Gründung von Trainingsgemeinschaften von bis zu 3 Wettkampfmannschaften. Die Witterungsabhängigkeit machte es seit je her sehr schwer einen verlässlichen Trainings- und Wettkampfbetrieb sicherzustellen, da wir bei unserer Sportart auf trockene Oberflächen angewiesen sind. Durch die Modernisierung maroder Flächen (am Mommsenstadion), bzw. die Errichtung einer neuen Spielfläche im Stadion Friedrichsfelde im Jahr 2008 entspannte sich die Situation vorerst. Der Außenplatz in Friedrichsfelde war nach einem Jahr in den Kernzeiten ab 18 Uhr in der Woche und ist momentan an 6,5 Tagen durch Wettkampf- und Freizeitmannschaften, sowie sozialen Projekten belegt. In der Saison 2010 vertreten drei Berliner Vereine den IRVB im überregionalen Spielbetrieb (1. Bundesliga Nord Männer, 2. Bundesliga Nord Frauen, Regionalliga Nord Herren). Im Nachwuchsbereich wird eine Liga in der Altersklasse Schüler, sowie mehrere Turniere in der Altersklasse Bambini stattfinden. An dem jährlich ausgerichtetem "Berlin-Pokal" nehmen in diesem Jahr Vereine aus fünf verschiedenen Bundesländern teil. In den kommenden zwei Jahre stehen weitere strukturelle Projekte an. Im Bereich der Aus - und Weiterbildung wird ab diesem Jahr mit den Sozialwissenschaftlern der HU-Berlin kooperiert. Ziel wird es sein Ausbildungskonzepte für den Schulsport zu entwickeln. Im Bereich der überregionalen Entwicklung in den neuen Bundesländern wird der Berliner Landesverband die Gründung einer Regionalliga Ost forcieren, welche die wesentlichen Rahmenbedingungen setzen wird, um Inline-Skaterhockey in den neuen Bundesländern weiter zu entwickeln. Auf diesem Spiel-Niveau ist eine witterungsunabhängige Spielstätte aufgrund der Planungssicherheit aller Vereine unumgänglich.
5. Entwicklung der Sportart beim TuS-Hsh. 1990 e.V.
Die Abteilung wurde im Jahr 2006 beim TuS-Hsh. 1990 e.V. gegründet (15 Mitglieder), als Trainings- und Heimspielstätte fungierte die "Alte Eisbahn" in Lankwitz. Durch die Realisierung der Außenfläche im Stadion Friedrichsfelde im Jahr 2008 verlegte die Trainingsgruppe ihrer Aktivitäten in den "Heimatbezirk". Im Winter 2008 erfolgte nach einer dreijähriger Initiative eine Hallenzuweisung in eine investitionsbedürftigen aber witterungsunabhängige Sportstätte in Hohenschönhausen. Aufgrund des witterungsunabhängigen Sportangebots entschloss sich die Abteilung Mitte des Jahres 2009 ein Nachwuchsprogramm zu beginnen, da nun eine vernünftige und verlässliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ganzjährig möglich war. Im Januar 2010 umfasst die Abteilung zwei Wettkampfmannschaften im Herrenbereich (36 Mitglieder) sowie zwei Wettkampfmannschaften im Kinder und Jugendbereich (Altersklassen Schüler und Bambini mit 20 Mitgliedern). Weitere Anfragen im Erwachsenen- und Kinderbereich können momentan kaum noch berücksichtigt werden, da aufgrund fehlender und unsicheren Kapazitäten keine Trainingszeiten im Bezirk zur Verfügung stehen bzw. eine längerfristige Planung unmöglich ist.
6. Perspektiven in Berlin, insbesondere in Hohenschönhausen
Wir sehen im Kinder und Jugendbereich ein erhebliches Entwicklungspotential für unsere Abteilung. Momentan stehen uns drei Übungsleiter für die Betreuung unserer Jugendlichen zur Verfügung, weitere vier Personen haben ihr Interesse bereits bekundet in diesem Bereich tätig zu werden. Dies wäre ein großer Baustein für die bei uns auf Breitensport ausgerichteten Nachwuchs-Trainingsgruppen, der den Altersbereich von 5 bis 19 Jahren abdeckt. Aufgrund der Nachwuchsarbeit des EHC Eisbären Berlin und der momentan schon sehr gut vorhandenen Kontakte zu diesem Verein, sehen wir insbesondere im Umkreis des Sportforums ein enormes, bisher nicht genutztes Potential für unsere Sportart. Für eine sinnvolle Arbeit in allen Altersbereich ist eine witterungsunabhängige Trainings- und Spielstätte unumgänglich.
7. Resümee
Inline-Skaterhockey findet bei Erwachsenden und erfreulicher Weise bei Kindern und Jugendlichen ein immer größeres Interesse. Die Anzahl der aktiven Sportlerinnen und Sportler im Bezirk nimmt, vergleichbar dem Trend im gesamten Bundesgebiet, stetig zu. Lediglich saisonal nutzbare Außenplätze mit typischen Beton- und Asphaltuntergründen führen zu enormen Verschleiß an Ausrüstungsgegenständen und Spielgeräten. Die hierdurch entstehenden Kosten betragen das 2,5-3,5 Fache eines Jahresmitgliedsbeitrages. Diese Kosten würden bei Verwendung des vorgeschlagenen Sportbodens entfallen und somit die Hürden insbesondere für Kindern- und Jugendliche aus einkommensschwächeren Haushalten und Geringverdiener absenken. Vor den beschriebenen Hintergründen hat die Schaffung einer witterungsunabhängigen, ganzjährig nutzbaren Trainings- und Wettkampfstätte mit einem geeigneten Sportboden für eine nachhaltige Entwicklung der Sportart mit einer breiten Kinder- und Jugendarbeit große Bedeutung.
Unser Vorschlag zielt neben der Ausgestaltung nach sportspezifischen Anforderungen der Sportart Inline-Skaterhockey besonders auf geringe Erstellung- und Unterhaltskosten der Sportanlage und ermöglicht die Nutzung durch weitere Sportarten.
8. Investitionsgründe
Einfache Hallen ohne Heizung und mit natürlicher Belüftung stellen eine kostengünstige Möglichkeit dar, Sport und Bewegung in geschlossenen Räumen auszuüben. Sowohl die Investitions- als auch die Betriebs- und Folgekosten sind dabei deutlich geringer als bei herkömmlichen Sporthallen vergleichbarer Größe. Durch die Fensterfronten ist eine bedarfsgerechte Frischluftzufuhr möglich. Da Fenster und Dachlichtbänder einen anhaltenden Tageslichteinfall garantieren, kann der Stromverbrauch für die Hallenbeleuchtung niedrig gehalten werden. Ein Kabinentrakt wäre momentan auf dem Gelände ebenfalls vorhanden, welcher ggf. modernisiert werden müsste. Bei einem zukünftigen Umbau des gesamten Sportareals bzw. eine steigenden Nachfrage der Kaltlufthalle wäre ein zusätzlicher Anbau vor der Kalthalle denkbar. Witterungsunabhängige Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten sind Grundlage für eine weitere bzw. überhaupt eine Entwicklung des Inline-Skaterhockey in Berlin, insbesondere in Hohenschönhausen.
9. Innenausbau
Da wir bei einer multifunktionale Nutzung durch den Sport von einer Spielfeldgröße von 44m x 22m ausgehen, veranschlagen wir für die Kalthalle eine Spielfeldgröße von 45m x 22,5m. Aufgrund der sportartbedingten Einbauten, den Raumbedarf für Materialien zur Trainingsgestaltung, sowie einer Erhöhung für den Zuschauerbereich ergibt sich eine Größe von 45m x 30m. Als Hallenseitenhöhe veranschlagen wir 5m.

10. Sportboden
Als Sportfußboden favorisieren wir momentan den "Bergo-MULTISPORT" Boden, welcher auf verschiedene Untergründe wie z. B.: Beton, Asphalt, Rasen oder Kies, verlegt werden kann. Der "Bergo-MULTISPORT" ist für alle Ballsportarten, Lauf- und Springsportarten bestens geeignet. Insbesondere für Inline-Skaterhockey FUTSAL, FLOORBALL, UNIHOCKEY, aber auch für BADMINTON, TISCHTENNIS, BASKETBALL, HANDBALL, GYMNASTIK und AEROBIC. Dieser punktelastische Unterboden ist zusätzlich für Gelenke, Sehnen, Muskeln und Rücken gesundheitsfördernd und eignet sich sowohl im Innenbereich wie auch im Außenbereich (Drainage ist und bleibt vollständig funktionsfähig).
Einfach zu verlegen
Die Platten lassen sich einfach mit einem Gummihammer und gezielten Schlägen auf die Verbindungsstellen zusammenfügen. Weder Spezialwerkzeuge noch Kleber oder Schrauben werden benötigt.
Geringer Unterhalt
Der "Bergo Multisport" erfordert praktisch keinen Unterhalt und wir bei der Benutzung im Innenbereich nur ausgesaugt bzw. mit einem feuchten Tuch gewischt.
Technische Spezifikationen
Material: umweltfreundliches, recycelbares, UV-stabiles Polypropylene Größe: 300 x 300mm Stärke: 14,3mm
11. Kosteneinschätzung
| Bauwerk - Baukonstruktion |
Bruttopreise |
| Baugrube |
3.000,00 € |
| Gründung |
15.000,00 € |
| Kaltlufthalle (isoliert) 30x45x5 = 1.250m² |
282.000,00 € |
| Lichtbänder |
20.000,00 € |
| sonstige Maßnahmen |
42.000,00 € |
| Bauwerk - Technische Anlagen |
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| Abwasser-, Wasseranlagen |
10.000,00 € |
| Starkstromanlage |
15.000,00 € |
| Innenausbau |
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| Untergrund |
30.000,00 € |
| Sportbelag |
38.000,00 € |
| Bande/Netze |
40.000,00 € |
| Baukosten |
500.000,00 € |
Photo-Quellen:
Mit freundlicher Genehmigung von Dekor Boden
Abteilung Inline-Skaterhockey des TuS-Hsh. 1990 e.V. im April 2010
Weitere Informationen zum Bürgerhaushalt Lichtenberg unter: www.buergerhaushalt-lichtenberg.de
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